
Regie: Jonathan English
Eine Handvoll Männer gegen den Tyrannen...
England im Jahre 1215: Endlich haben es die rebellierenden Barone geschafft den verhassten König John (Paul Giamatti) in die Knie zu zwingen. Daher setzt er sein königliches Siegel unter die Magna Carta. Dieses Dokument, das die Freiheitsrechte für die Bevölkerung garantiert, existiert für den grausamen Tyrannen aber nur auf dem Papier, denn bereits wenige Wochen später bricht der korrupte König sein darin gegebene Wort und stellt ein brutales Söldnerheer aus Dänemark kommend auf, mit der Absicht, das Land wieder unter seine alleinige Herrschaft zu bringen.
Zu dieser Zeit reist der Tempelritter Thomas Marshall (James Purefoy) mit einem Abt und zwei weiteren Templern durch das Land. Der Ritter war im heiligen Land und hat dort getötet, nun ist er des Kampfes müde und möchte vor allem Frieden.
Diese Tempelritter kämpfen grundsätzlich unter der Anweisung der Kirche und befolgen die direkten Befehle des Papstes. Als streng gläubige Katholiken kämpfen sie ehrenvoll im Namen des Kreuzes.
Sie kämpften auch für die Magna Carta und waren daher nicht auf der Seite des Königs, dies wird für die vier Männer, die in einer Stadt ihr Nachtlager aufschlagen, zum Verhängnis. Der König nimmt diese Stadt ein und lässt den Abt grausam ermorden.
Nur Thomas Marshall entgeht dem Blutbad. Gemeinsam mit Baron William de Albany (Brian Cox), dem mutigen, belesenen Knappen Guy (Aneurin Barnard) wollen sie eine kleine Gruppe von Freiwilligen anheuern um das strategisch wichtige Rochester Castle zu verteidigen, denn die Söldnerhorden sind dort schon im Anmarsch, von wo aus sie das ganze königliche Heer mit Waffen beliefern könnten.
Tatsächlich finden sich einige mutige Männer und bekommen den geistlichen Segen von Erzbischof Langton (Charles Dance), der versucht mit Frankreich einen Bund gegen König John einzugehen.
In Rochester residiert Burgherr Cornhill (Derek Jacobi) mit seiner wesentlich jüngeren Gemahlin Lady Isabel (Kate Mara).
Die Templer können die dänische Vorhut, bestehend aus 6 Männern, auf Rochester Castle besiegen und die Burg einnehmen.
Doch bald darauf rückt das anzahlmässig weitaus überlegene Heer des Tyrannen näher und es beginnt ein brutaler und blutiger Belagerungskampf, der von den wenigen mutigen Männern, die sich für die Freiheitsrechte einsetzen, alles abverlangt..
"Ironclad" ist ein britisch-amerikanische Coproduktion und Ritterfilm des Regisseurs Jonathan English, der am 4. März 2011 in den Kinos des Vereinigten Königreichs anlief. In Deutschland erschien der Film, der zwar sehr blutig ist, aber durch seine Bilderflut eigentlich ein Film für die große Leinwand ist, leider direkt als DVD und Blu-ray Disc.
Somit teilt er das Schicksal einiger neuerer Genreverwandten wie "Black Death", "Centurion" oder "Solomon Kane".
Filme, die einen Kinoeinsatz auf jeden Fall verdient hätten.
Aufgrund der begrenzten Location "Burg" ist "Ironclad" ab einem gewissen Zeitpunkt sogar eine Art Kammerspiel, das allerdings immer wieder spritzendes Blut und knackende Knochen unterbrochen wird.
English serviert eine menschliche Schlachtplatte - es wird gehängt, erschlagen oder die Zunge abgehackt. Wobei das nur das Warm up für die späteren Greueltaten des Königs sind, wenn es ums Ganze geht.
Der Film ist immer dann gut, wenn er den Kampf zeigt. Zwischenspiele der etwas leiseren Art, etwa das zaghafte Annähern der Frau zum Templer ist eher weniger interessant gemacht, die Dialoge sind dort etwas hölzern und man ist eher froh, wenn der Film sich wieder dem Schlachtfeld zuwendet.
Als Kameramann fungierte David Eggby, der bereits seit 1979 bei seinem Debüt "Mad Max" immer wieder gute Leistungen erbracht hat, man denke nur an den leider sehr unterschätzten Science Fiction Film "Pitch Black".
Ein bisschen störend sind vielleicht die Actionszenen am Anfang, die mit einer hohen Schnittfrequenz und hektischer Handkamera agieren. Dies wird aber zunehmend besser und wer sich an den knallharten Gewaltdarstellungen nicht stört, der wird "Ironclad" recht gut finden.
Der Film ist erdig, roh, aufgregend und in seinen besten Momenten beklemmend.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.



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