Freitag, 7. Dezember 2012

Keine Sorge, mir gehts gut

























Regie: Philippe Lioret

Briefe vom verschwundenen Zwillingsbruder...

Die neunzehnjährige Studentin Lilli Tellier (Melanie Laurent) kehrt nach ausgedehnten, wochenlangen Sommerferien, die sie mit ihrer Freundin Lea (Aissa Maiga) verbracht hat, nach Frankreich zurück und wird am Flughafen von Vater Paul (Kad Merad) und Mutter Isabelle (Isabelle Renauld) abgeholt. Nur ihr Zwillingsbruder Loic ist nicht dabei, die Eltern erklären ihr, er sei nach einem heftigen Streit mit dem Vater seit Tagen verschwunden. Nach weiteren Tagen sieht es so aus, dass Loic untergetaucht ist. Lilli wirkt immer mehr verzweifelt, zumal sie felsenfest davon überzeugt ist, dass Loic sich zumindest bei ihr gemeldet hätte. Anrufe bleiben unbeantwortet. Dass die Eltern das Verschwinden eher auf die leichte Schulter nehmen "der kommt schon wieder" wirkt ebenfalls nachteilig auf den Gemütszustand der jungen Frau aus. Verständnis findet sie eher bei Lea und deren Freund Thomas (Julien Boisellier). Doch die Depression kann nicht mehr verhindert werden. Bald verweigert sie auch die Nahrungsaufnahme, bricht ohnmächtig zusammen, so dass den völlig überforderten Eltern nichts anderes übrigbleibt, als Lilli in die Psychiatrie einzuweisen. Auf der geschlossenen Station für Essgestörte wird der Zustand leider auch nach Wochen nicht stabil. Erst als ein Brief des verschollenen Bruders ankommt, scheint sich die Gesundheit langsam wieder herzustellen....



"Keine Sorge, mir geht's gut" (Original: Je vais bien, ne t'en fais pas) von Philippe Lioret aus dem Jahr 2006 ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Olivier Adam. Der Regisseur, der bereits mit "Die Frau des Leuchtturmwärters" überzeugen konnte, bezeichnet sein geheimnisvolles Familiendrama selbst als einen "aufwühlenden Gefühlsthriller".
Bei der Cesar Verleihung 2007 konnte der Film zwei Darstellerpreise gewinnen: Kad Merad (Willkommen bei den Sch`tis) erhielt einen für die beste männliche Nebenrolle und Hauptdarstellerin Melanie Laurent (Inglorious Basterds) war siegreich als beste Nachwuchsdarstellerin.
Thematisiert wird das nicht erklärbare plötzliche Verschwinden eines geliebten Menschen und das traumatische Erleben dieses "worst case".
Melanie Laurent spielt die Hauptfigur Lili mit spürbar wachsender, nervöser Anspannung und Hilflosigkeit. Einerseits labil und andererseits wieder mit kämpferischen Eigenschaften ausgestattet. Sie weigert sich dem gewohnten Alltag nachzugehen, solange das Verschwinden des Bruders nicht aufgeklärt ist und steht so in starker Rebellion zu ihren Eltern, die versuchen den Alltag als Halt zu empfinden. Lilli hat auch das Gefühl, dass besonders der Vater mehr über die Beweggründe des vorangegangenen Streits weiss und nicht die ganze Wahrheit gesagt hat.
Einen Thriller sollte man allerdings nicht erwarten. "Keine Sorge, mir gehts gut" ist eher ein ziemlich melancholisches Drama, dass die Dynamik einer folgenschweren Entscheidung zeigt.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen