Mittwoch, 5. Dezember 2012
Max Payne
Regie: John Moore
Neue Cops braucht das Land...
Bekannt wurde der irische Regisseur John Moore vor allem durch die beiden Remakes der Klassiker "Flug des Phönix" und "Das Omen". Die Handlung seines neuesten Films "Max Payne" beruht auf einem gleichnamigen Computerspiel, das 2001 erschienen ist.
Im verschneiten New York City sitzt Detective Max Payne (Marc Wahlberg) im Archiv für ungeklärte Fälle seine Dienstzeit ab. Vor drei Jahren liess er sich dorthin versetzen, weil seine Frau Michelle und seine kleine Tochter von drei Männern ermordet wurden. Zwei Mörder konnte er am Tatort ausschalten, der dritte Mann wurde nie ermittelt. Seither ist er getrieben davon, den Mörder irgendwann noch ausfindig zu machen, um sich zu rächen. Auf einer Party trifft er die beiden ungleichen Schwestern Natasha (Olga Kurylenko) und Mona (Mila Kunis). Max fällt ein Tattoo von Natasha auf, das bei ihm eine Erinnerung auslöst.
Am nächsten Tag wird Natasha tot mit Maxs Brieftasche aufgefunden, plötzlich ist Max Hauptverdächtiger in dem Mordfall. Sein alter Partner Alex Balder erkennt, dass einer der Täter von Michelle das gleiche Tatoo hatte, aber er bleibt nicht lange mit diesem Wissen am Leben, konnte aber Max noch einen entscheidenden Hinweis geben. Nun wird die Schlinge für Max immer enger, zumal das Verhältnis zu Alex problematisch war. Einzig der alte Geschäftspartner und Freund von Maxs Vater B.B.Hensley (Beau Bridges) und der neu auf den Fall angesetzte Cop Jim Bravura (Ludacris) könnten Max helfen...
Die gesamte Handlung von Max Payne spielt im New York City der Gegenwart und ist größtenteils eine Rückblende, die in der Anfangssequenz im Eiswasser am Hafen eingeläutet wird.
Ein Schlüsselobjekt ist der fiktive Wirkstoff Valkyr, der als militärisches Experiment der USA zur höheren Leistungsfähigkeit von Soldaten gescheitert ist, weil gut 90 % der menschlichen Versuchskaninchen wahnsinnig wurden, aber weiterhin als Designerdroge vertrieben wird. Denn einige die Valkyr einnahmen, wurden zu kampfmaschinenartigen Übermenschen.
Valkyr setzt auch Halluzinationen? frei, man sieht riesige schwarze Killervögel.
Die Story von "Max Payne" ist eigentlich sattsam bekannt. Desillusionierter Cop wird zum Rächer seiner Familie...auch die Darsteller agieren etwas hölzern. Die Optik des Film ist allerdings visuell umwerfend: Ein düsteres und extrem künstliches New York als kalte Metropole inszeniert, Setting und Location erinnern an "Batmans Gotham City" oder "Sin City"
Kritiker werden vielleicht gerade diesen Hang zur Künstlichkeit als Schwäche auslegen: wenn man den Kugeln aus einer Pistole in extremer Zeitlupe beim Anflug auf ihr Ziel zusehen kann, wenn Glassplitter und Wassertropfen in Slow Motion hübsche Muster bilden. Die Kampfsequenzen im Computer gedehnt, verlangsamt und nachgefärbt und dieser Schnee fällt in so lockeren Flocken, wie es niemals Realität sein kann.
Alles ist dunkel und grau, durch Farbfilter gejagt; nur das Blau der Droge, um die sich alles dreht.
Ich kenne das PC-Spiel nicht, daher kann ich unvoreingenommen sein. Der Film, der nicht nur hier überwiegend schlechte Kritiken bekam, war für mich eigentlich sehr unterhaltsam. Ein bisschen hat mich Max Payne an "Constantine" erinnert, der Film ist aber eigenständig genug, um in Erinnerung zu bleiben...keine schlechten Voraussetzungen für einen vielleicht späteren Kultfilm, so absurd und Banane die Handlung auch sein mag.
Bewertung: 3,5 von 10 Punkten.
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