Mittwoch, 5. Dezember 2012
Alatriste
Regie: Agustin Diaz Yanes
Söldner im 30jährigen Krieg...
"Alatriste" ist ein Film des spanischen Regisseurs Agustin Diaz Yanes und basiert auf der erfolgreichen 6teiligen Romanserie von Arturo Perez-Reverte, der unter anderem auch die Romanvorlage zu Polanskis "Die neun Pforten" schrieb. Darüberhinaus war "Alatriste" der bisher teuerste spanischen Film dar, er kostete ca. 24 Millionen Euro. Die Figur des Sölnders Alatriste ist zwar fiktiv, im Roman kommen aber auch historische Persönlichkeiten vor.
Der Film selbst ist eine Mischung aus fiktiver Biographie, Kostüm- bzw. Historienfilm und Mantel-und-Degen-Abenteuer, angereichert mit Schlacht- und Duellszenen.
Die Geschichte beginnt im Jahre 1621, zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, diese Epoche einer Vielzahl paralleler und aufeinander folgender Kriege.
Spanien kämpft bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts um den Erhalt der habsburgischen Macht über die Spanischen Niederlande, deren protestantischer Teil in Gestalt der Utrechter Union von Spanien abgefallen war, während das überwiegend katholische Flandern weiter zu Spanien hielt. Als Schlüsselposition galt das Städtchen Breda. Philipp IV von Spanien befielt den ultimativen Stellungskrieg.
Innenpolitisch aber beginnt das spanische Weltreich an seiner Korruption zu zerfallen. Der grosse Kämpfer und Flandern-Veteran Captain Diego Alatriste (Viggo Mortensen) ist für seinen Heldenmut berühmt. Einem sterbenden Kameraden verspricht er in der Hölle Flanderns, sich um dessen Sohn Inigo (Nacho Perez) zu kümmern. Zuhause soll er für den Inquisitor Bocanegra (Blanca Portillo) einen hinterhältigen Mord an zwei Reisenden ausführen, während des Duells kommen ihm aber Zweifel und er weigert sich den feigen Befehl auszuführen. Bald wird er wieder auf die Schlachtfelder Flanderns strafversetzt...der Film erzählt die Geschichte dieses Kämpfers, seine Liebe zu der Schauspielerin Maria de Castro (Ariadna Gil), die auch Geliebte des Königs wird und auch die Geschichte des jungen Inigo, der immer noch seine Jugendliebe Angélica de Alquézar (Elena Anaya) liebt, die ihn aber aus politischen Gründen nicht lieben darf.
Besonders angetan war ich von der Kameraarbeit des Paco Femenia. Er schafft ein paar wirklich schöne Bilder, manche Einstellungen wirken wie zeitgenössische Gemälde. Auch die Schlachten in Flandern sind spannend, brutal wie auch intensiv mit der Kamera eingefangen.
Die dramatische Struktur des Filmes ist allerdings sehr seltsam und verwirrend. Nach einem furiosen Intro zerfällt der Film in eine furchtbare Episodenhaftigkeit, durch die einzelne Lebensabschnitte fast ohne roten Faden aneinandergereiht werden.
Möglicherweise - ich kenne die Bücher leider nicht - wurde hier wieder der Fehler gemacht zuviel von der Vorlage in den Film mit rein zu nehmen oder vielleicht ist vieles im Schneideraum entsorgt worden. Dabei hätte es nicht geschadet, wenn man in diesen 139 Minuten Laufzeit etwas Zeit darauf verwendet hätte, die Figuren nicht so eindimensional zu lassen, sondern ihnen Tiefe zu verleihen.
Vielleicht wäre der Film auch mit einer längeren Laufzeit "runder" geworden. Ich finde ihn nämlich, gemessen an seinen guten Voraussetzungen und Möglichkeiten, eigentlich enttäuschend.
Der Film versteht es leider nicht den Zuschauer gesamthaft zu fesseln, lediglich die Schlachtenszenen sind grosses Kino.
Bewertung: 5 von 10 Punkten.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen