Samstag, 8. Dezember 2012

Odette Toulemonde

 

Regie: Eric Emmanuel Schmitt

Die Frau, die vor Freude abheben kann...

Odette Toulemonde (Chaterine Frot) ist seit 10 Jahren Witwe und fast genauso lange arbeitet sie in ihrer Heimatstadt Charleroi, Belgien als Verkäuferin in einem großen Kaufhaus. Dort ist sie in der Kosmetikabteilung eingesetzt, nicht etwa weil sie sich damit sehr gut auskennt. Ihr Chef setzte sie dort ein, weil sie ein Gesicht hat, dass völlig ohne Kosmetik nett aussieht.
Odette hat zwei erwachsene Kinder, die noch bei ihr leben. Rudy (Fabrice Murgia), ist schwul und von Beruf Friseur, er hat sich noch nicht ganz auf einen festen Partner festgelegt, daher wechselt er seine Männer immer mal wieder.
Rudy ist auch ein sehr zufriedener Typ, der mit sich im Einklang ist. Ganz anders dagegen die Tochter Sue Helen (Nina Dercq), die chronisch an übler Laune leidet. Seit 2 Jahren ist sie ihrem peinlichen Lover Polo (Nicolas Buyssee) liiert, der wohnt natürlich auch noch in der kleinen Wohnung.
Odette ist eine Art Frohnatur und Steh-Auf Männchen, sie schöpft vor allem Kraft und Erholung in den Schnulzenromanen des Bestsellerautors und nebenbei Frauenheld Balthazar Balsan (Albert Dupontel), den sie leidenschaftlich verehrt und der eben sein neuestes Buch herausgebracht hat. Für eine Signierstunde fährt sie dann auch nach Brüssel, doch der Autor nimmt keine Notiz von ihr. Sie fährt wieder heim mit der persönlichen Signatur im Buch, die auf "Dette" lautet, da sie das "O" vor Aufregung nicht aussprechen konnte.
Ein zweiter Anlauf läuft da zuerst mal genauso missglückt, allerdings hat Odette diesmal ein Brief dabei, in dem sie dem Autor einiges von ihrer Gefühlswelt preisgibt und noch viel mehr.
Als die Ehe des Schriftstellers mit Isabelle (Laurence D´Amelio) in die Brüche zu gehen scheint, liest er diesen Brief von der unbekannten Verehrerin....


Eric Emmanuel-Schmitt drehte seinen Wohlfühlfilm "Odette Toulemonde" als französisch-belgische Co-Produktion im Jahr 2007.
Hauptdarstellerin Catherine Frot erhielt für ihre wunderbare Darstellung der Durchschnittsverkäuferin eine gerechte Nominierung für den Cesar 2008. Dort unterlag sie allerdings der populären Edith Piaf Darstellung von Marion Cottilard in "La vie en Rose".
Der Film ist auch das Regiedebüt des Regisseurs, der, basierend auf seinem Werk "Odette Toulemonde und andere Geschichten" auch das Drehbuch schrieb.
In den französischen Kinos war der Film ein Riesenerfolg.
Sehr schön sind die Sequenzen herausgearbeitet, die die etwas biedere Lebensart der Protagonistin aufzeigt, diese allerdings wird mit viel Herzenswärme für die Nöte des kleinen Mannes (in diesem Fall der kleinen Frau) geschildert.
Dabei pendelt die Alltagsgeschichte zwischen Realismus und Verzauberung, denn es gibt eine Frau, die fliegen kann, Jesus wohnt in der Nachbarschaft und in den Wohnungen gibts sogar diese kitschigen Motivtapeten zum Leben erwachen.
Ein Wohlfühlfilm, sehr französich mit tollen Josephine Baker Chansons zum Entdecken und viel Alltagspoesie.


Bewertung: 8 von 10 Punkten.

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