Donnerstag, 6. Dezember 2012
Operation Kingdom
Regie: Peter Berg
Schwankend zwischen Gut und Böse...
Peter Berg ? Ist das nicht dieser attraktive Typ aus "Last Seduction", dem die böse, geile Frau Linda Fiorentino in einer Country-Bar ungeniert an die Wäsche geht ? Ja, er ist es...und in seiner Freizeit macht er dann auch noch Filme und diese "Operation Kingdom" war, bis Hancock in diesem Sommer die Kinos unsicher machte, seine bislang erfolgreichste Arbeit fürs zeitgenössische Kino.
"Operation Kingdom" ist eine weitere Species dieses momentan sehr angesagten US-Gegenwartsbewältigungsfilm mit den obligatorischen Themen Terror, Öl, Islam etc.
"Syriana" machte den Weg frei, in diesem Jahr gabs mit "Tal von Elah" und "Machtlos", sogar teilweise auch zum Thema Folter.
Diese sehr selbstkritische und mutige Note fehlt bei "Operation Kingdom", lediglich mit seiner Message am Ende bleibt der Actionstreifen mit "oberflächlichem" Tiefgang in einer politisch korrekten Position.
Die Ausgangslage ist schnell erzählt: In Saudi-Arabien wird ein Anschlag auf eine vornehmlich von US-Bürgern bewohnte, abgeschottete Wohnstadt in Riad verübt. Es gibt Hunderte von Toten. 4 FBI-Agenten (Jamie Foxx, Chris Cooper, Jennifer Garner, Jason Bateman) werden nachdem ihr Anführer einen Botschafter erpresst hat wunschgemäss zum Tatort abkommandiert, aber erst als Foxx beim König mit ein paar klugen Statements zur allgemeinen Terrorlage punkten kann und auch ein bisschen die Moralkeule feat. "Gemeinsam sind wir stark" rauskramt, dürfen sie wirklich auch dort fahnden, das Dasein als Marionetten im fremden Land ist somit beendet...die ersten 60 Minuten sind aber bestenfalls langweilig, teilweise sogar recht schwach...aber der Film hat das ca. 30 minütige Finale als Trumpfkarte, die er knallhart ausspielt und da muss man fairerweise anmerken, dass dieser final cut wirklich furios und geil inszeniert wurde. So gut, dass selbst Jennifer Garners grässliche deutsche Synchronstimme nicht mehr im Mittelpunkt des Geschehens steht.
Das Drehbuch wurde von Matthew Michael Carnahan verfasst, der schon "Von Löwen und Lämmern" schrieb, eine Arbeit die ja ebenfalls ein Beitrag zum Thema der Stunde darstellt.
Viele Kritiker bezichtigten den Film der Islamophobie, wobei die Botschaft, die der Film am Ende propagiert diese Sichtweise eigentlich ad absurdum führt. Man kann allenfalls von einer gewissen FBI-Lobhuddelei sprechen.
Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.
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