Donnerstag, 6. Dezember 2012

Shooter



Regie: Antoine Fuqua

Für was er besonders schwärmt, wenn es wieder aufgewärmt...

Na ja, mit einem Wort "Vorhersehbar"...ein bisschen hab ich es auch bereut, dass ich den Film aufgrund der guten Kritiken in den Medien gekauft habe. Actionfans kommen sicherlich auf ihre Kosten. Der Film ist straight und gradlinig, verzichtet gänzlich auf komplexe Wendungen.
Diese Mischung aus "Rambo" und "Bourne Identität", gewürzt mit ein bisschen "Staatsfeind Nr. 1" und ein Hauch "JFK" geht kein Risiko ein, es sich beim Zielpublikum zu verscherzen. Die Charaktere sind entweder "gut" oder "böse", Zwischentöne irritieren nur.
So bleibt eine sattsam bekannte Story. lediglich neu abgefilmt.
Kann man machen, Howard Hawks hat "Rio Bravo" ja auch insgesamt dreimal aufgelegt, noch dazu die Idee von "High Noon" geklaut, nur völlig entgegengesetzt konzipiert.
Zur Handlung: Guter Marine und Scharfschütze wird von bösen Schurken angeheuert ein Attentat auf den Präsidenten zu verhindern, da er sich mit Waffen wie kein anderer auskennt. Er merkt erst zu spät, dass er von den Attentätern angeheuert wurde und jetzt als Verdächtiger, noch dazu schwer verwundet, vom Gesetz und auch von den Schurken um sein Leben kämpft. Es ist die alte Geschichte einer Flucht und der dazugehörigen einzigen Chance, selbst die Bösen aufzuspüren und sich so zu rehabilitieren.
Natürlich hat er in diesem "Roadmovie" auch seine Helfer, ein etwas naiver Cop (diesen Part hatte im Western immer das alternde suppenkochende Faktotum) und natürlich die Freudin seines verstorbenen Kameraden.
Die Story ist wirklich uralt. Es kommt halt immer darauf an, ob man diesem liebgewonnenen und schon im voraus gekannten Motiv, neue Facetten hinzufügen kann oder zumindest eine Art neue Kinomagie erzeugen kann.
Dies gelingt dem Film leider nicht. Es läuft alles in geregelten Bahnen bis zum Showdown im Schnee, wenn das Drehbuch vorher Gefahr läuft ganz in Banalitäten zu versickern, dann kommen natürlich die Specialeffecs-Fetischisten und lassen es ordentlich krachen.
Das wäre alles nicht ganz so schlimm gewesen, denn vermutlich hätte man mit einem düsteren Abgesang am Ende für den Film noch eine irre Wertsteigerung erreicht. Ein solches Ende,dass eigentlich logisch gewesen wäre, angesichts des ständig propagierten verkommenen Staatssystem, wo die "Bösen" wirklich ganz oben sitzen und je weiter oben sie sitzen, desto böser und unangreifbar sind sie...hier kommt mir der geniale Film "Arlington Road" in den Sinn, der am Ende diese ganz grosse Ohnmacht auffährt und deshalb ein echtes Genre-Juwel darstellt.

 Jedenfalls ist im "Shooter" das Ende extrem naiv, der nette obere Richter, also ist doch alles in Ordnung in den oberen Chefetagen. Mark Wahlberg muss jetzt nur noch die Ferien-Blockhütte der Bösen in die Luft jagen, aber vorher diesen Fieslingen Kopf und Bauch durchlöchern.
Unglaublich blödsinniger Film mit recht akzeptablem Unterhaltungswert...

Bewertung: 4 von 10 Punkten.

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