Donnerstag, 6. Dezember 2012

Die Blume des Bösen


























Regie: Claude Chabrol

Fiese Familiengeschichten...

Chabrol ist ja ein regelrechtes Phänomen und steht für fast 50 Jahre französische Filmgeschichte. Man könnte bei "Blume des Bösen" denken, dass solche Filme heute nicht mehr gedreht werden...er ist aber einer seiner neuesten Werke und wurde 2003 realisiert.
Chabrol, der wohl seine wichtigsten Filme ab 68 bis Anfang 70s drehte (Biest muss sterben, untreue Frau, Der Schlachter, Der Riss, Blutige Hochzeit oder Der 10. Tag), hat es aber in all den Jahren immer wieder geschafft ein überzeugendes Comeback hinzulegen, sei es 78 mit dem genialen Film "Violette Noziere", 82 mit "Phantome des Hutmachers", 86 mit "Masken" oder 95 mit dem äusserst erfolgreichen "Biester"...in Wirklichkeit war er auch nie weg.
"Blume des Bösen" ist fast so ne Art Remake seiner frühen Werke, eben dieser sozialkritischen Krimis, bei dem das Bürgertum sein Fett weg bekommt. Und das erstaunliche daran: Es funktioniert heute genauso gut wie in den 70s bei ARD und ZDF in erster Reihe, vorausgesetzt man ist noch in der Lage dazu, ruhige Filme zu ertragen.

Er macht auch in diesem leisen und feinen Geheimniskrimi über diverse Lebenslügen und deren Verschleierung auch nie irgendwelche Zugeständnisse an zeitgeistige Sehgewohnheiten, sondern zieht sein Thema mit einer radikalen Konsequenz und typisch französischer Machart bis zum Schlussplot durch, der aber VORSICHT auch alles andere als ein Plot in dieser heute so typischen Hollywood Manier ist und in jedem zweiten Thriller heute vorhanden ist. Nein, der Plot von Chabrol ist ein sehr subtiler, aber von ganz fieser Hintergründigkeit und Bosheit, es kommt kein Hauruck-Schocker, dafür aber eine nachhaltige Szene, die zur langsamen und edlen Inszenierung 100 % passt und das Gesamtpaket total rund werden lässt.
Im Booklet dieser DVD aus der SZ Reihe mit diesen französischen Thrillern wird auch festgehalten, dass "Blume des Bösen" von der Kritik eher verhalten aufgenommen wurde und nicht zu den besten Werken Chabrols gezählt wird.
Ich würde aber eher sagen, dass diese Einschätzung ein Fehlurteil ist.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

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