
Regie: Walter Hill
Western Panoptikum in Deadwood...
James Butler Hickok, genannt Wild Bill, war ein US- Westernheld bzw. Revolverheld. In acht überlieferten Schießereien tötete der Gunfighter wahrscheinlich acht Menschen und gehört wie Buffalo Bill, Sitting Bull, Daniel Boone, Billy the Kid oder Jesse James zu den unsterblichen Helden des Wilden Westens.
Und daher war auch eine filmische Aufbereitung über sein Wirken unvermeidbar. Peckinpah-Erbprinz Walter Hill versuchte sich 1995 an der Kino-Darstellung dieser schillernden Westernikone, an der Kasse war der Film jedoch mit 2,2 Mio. US Dollar Einspielergebnis ein Flop.
Die Filmkritik urteilte besser, denn der Film selbst ist auch m.E. recht gut gelungen und ein weiterer Beweis dafür, dass Hill ein gutes Händchen für echtes, authentisches Westernfeeling aufbringt.
Dabei ist der 2 Jahre früher entstandene "Geronimo" dennoch die überzeugendere Arbeit. Vermutlich ist "Wild Bill" mit seiner nur ca. 90 Minuten spielzeit gesamthaft ein bisschen zu kurz geraten, um wirklich dieses ultimative Westernepos oder die grosse Biographie eines Gunfighters zu sein.
Der Film zeigt die letzten Stunden vor Wild Bills finalem Gunfight im berüchtigten Deadwood, die Killer sind schon in der Stadt.
In kunstvollen, grösstenteils in Schwarz-Weiss gehaltenen Sequenzen laufen dazwischen Mosaiksteinchen aus Wild Bills prallem Leben ab. Manche dieser kurzen Passagen sind einfach meisterhaft und grandios gestaltet, so die Begegnung mit kriegerischen Cheyenne oder die Wilhelm Tell Nummer mit dem Kampfhündchen etc.
Diese phasenweise klasse Bebilderung lässt erkennen, dass Hill, hätte er eine opulentere Ausrichtung in Richtung Epos gewählt, ein Meisterwerk hätte schaffen können. Jeff Bridges ist die Idealbesetzung und auch David Arquette, Bruce Dern oder Keith Carradine machen ihre Sache als Darsteller gut.
Lediglich Ellen Barkin als Calamity Jane wirkt fehlbesetzt
Bewertung: 7 von 10 Punkten.



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