
Regie: Shane Meadows
Besessener Racheengel...
England, in der Grafschaft Derbyshire in den Midlands: Der zurückgekehrte Soldat namens Richard (Paddy Considine) wandert zornig mit seinem jüngeren, geistig behinderten Bruder Anthony (Toby Kebbell) durch die Gegend, ihr Ziel ist ein abgelegener Verschlag vor der Heimatstadt, dort campieren die zwei Brüder. Richard, der Heimkehrer führt nichts Gutes im Schild, denn er ist zurückgekehrt um die Kränkung seines Bruders zu rächen, die allerdings schon ein paar Jährchen zurückliegt.
Der einfältige Junge wurde während seiner Abwesenheit von den halbstarken Kleinkriminellen der Stadt während einer Drogenparty schikaniert und gedemütigt. Der Höhepunkt dieser schrägen Party fand in dieser abgelegenen Burgruine statt. Anführer dieser ständig benebelten Drogenclique ist der skrupellose Sonny (Gary Stretch), seine Kumpane sind Jo (Jo Hartley), Big Al (Seamus 0´Neill), Tuff (Paul Sadot), Herbie (Stuart Wolfenden), Gypsy John (George Newton), Soz (Niel Bell) und Marc (Paul Hurstfield), der als einziger der Jungs inzwischen seriös ist und einen bürgerlichen Weg eingeschlagen hat.
Zuerst sucht Richard, der psychopathische Züge in sich trägt, mit seinem Bruder die Kneipe auf, wo die Schurken verkehren und jagt alleine schon mit seiner Präsenz zuerst dem Kleindealer Herbie und schliesslich der gesamten chaotischen Gang Angst und Furcht ein. Die Gang berät inzwischen, wie sie das Problem "Richard" lösen sollen, denn es wird immer mehr zur Gewissheit, dass Richards Racheplan sogar den Tod der Übeltäter vorsieht..
"Blutrache" heisst im Original "Dead Man´s Shoes" und ist ein Selbstjustiz-Thriller aus dem Jahre 2004, der Regisseur ist Shane Meadows, der zwei Jahre später mit "This is England" einen großen Erfolg bei der Kritik feiern konnte.
Meilenweit entfernt von einem Loblied auf die Selbstjustiz schafft Shane Meadows eine sehr reduzierte und beklemmende Situation mit einem psychopathisch agierenden Rächer und einer Bande, die zwar völlig unsympathisch gezeichnet wird, aber auch gleichzeitig durch ihr hilfloses Agieren kleine Fische sind. Diese Strolche fahren auch keinen großen Wagen, sie hocken in einer Ente und cruisen durch die Straßen auf der Suche nach vor Wut schäumenden Richard, um sich mit ihm doch noch gütlich zu einigen - die Bösen sind versifft, bekifft und agieren panisch wie kleine Schulmädchen.
Als Beitrag im Genre ist der Film unheimlich spannend und wirkt echt, er ist sehr straff inszeniert und beschränkt sich glücklicherweise aufs Wesentliche. Dabei helfen dem Zuschauer die "Flashbacks" als Rückblenden die Geschehnisse von früher besser einzuordnen oder auch nicht. Die Rache scheint aber sehr überzogen zu sein, der Rächer agiert äusserst besessen und fernab moralischer Ordnung.
"Blutrache" ist ein mehr als tadelloses Rachedrama, das in tristen und ernüchternden Bildern eine Geschichte erzählt und das ohne ausufernden Action- oder Gewaltszenen auskommt. Geschickt wird durch die destruktive Atmosphäre eine kontinuierliche packende Spannung erzeugt.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.



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