Samstag, 8. Dezember 2012
Die Braut trug Schwarz
Regie: Francois Truffaut
Die schwarze Witwe...
Es sollte der schönste Tag im Leben von Julie Kohler (Jeanne Moreau) werden. Doch der Hochzeitstag wird gleichzeitig auch der schwärzeste Tag ihres Lebens. Direkt nach der Trauung verlässt das Brautpaar mit den vielen Hochzeitsgästen die Kirche (die Glocken läuten, es ist ein wunderschöner Tag) da durchbricht ein Schuß die Idylle, der Bräutigam wird von einer Kugel tödlich getroffen.
Ab diesem Tag schwört sich Julie gnadenlose Rache an den fünf Mördern ihres Mannes zu nehmen.
Sie findet heraus, dass die fünf Junggesellen und Lebemänner Coral (Michel Bouquet), Fergus (Charles Denner), Bliss (Claude Rich), Morane (Michael Lonsdale) und Delvaux (Daniel Boulanger) für den Tod ihres Mannes verantworlich sind. Diese haben nämlich in der Wohnung, in der sich oft zum Kartenspiel trafen, mit einem Jagdgewehr gespielt, wobei sich ein Schuss löste und das Unglück so seinen Lauf nahm.
Die Männer flohen ohne sich der Verantwortung zu stellen.
Sie verabschiedet sich flüchtig von ihrer besorgten Mutter (Luce Fabiole) mit vagen Angaben über ihren Verbleib und tut so als würde sie mit dem Zug die Stadt verlassen. Doch über die Gleise kehrt sie heimlich zurück, um den perfiden Racheplan zu beenden.
Die Männer sollen für ihre Tat sterben...
Der französische Regisseur François Truffaut (Die amerikanische Nacht, Die letzte Metro) drehte diesen Rache-Thriller nach der gleichnamigen Romanvorlage von Cornell Woolrich im Jahr 1968.
Dabei gibt die großartige Musik von Bernard Herrmann sofort den Takt an, Truffaut meets Hitchcock und das so eigenständig dass der Film nie zur Kopie des großen Meisters wird.
Vor allem legte Truffaut Wert darauf, dass sein Suspence Thriller eine sehr französische Handschrift beibehält.
Auch wenn "Die Braut trug schwarz" sich sehr stark durch künstlerisch arrangierte, eindringliche Bildkompositionen auszeichnet, kommt aber der verborgene Reiz nie zu kurz. Truffaut beherrscht in diesem Film das Spiel mit den Assoziationen des Zuschauers, denn vieles spielt sich in der Phantasie des Zuschauers aus, Truffaut zeigt nicht - vielmehr deutet er an. Eine brilliante inszenatorische Stärke und ein Gegengewicht zu den wunderschönen Kameraeinstellungen, bei denen man immer mal wieder ins Schwärmen kommt. Verantwortlich dafür ist Raoul Coutard, der auch in "Ausser Atem" oder "Z" für die Kamera verantwortlich war.
Für mich ist "Die Braut trug schwarz" einer meiner Truffaut Favoriten.
Bewertung: 10 von 10 Punkten.
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