
Regie: Baran bo Odar
Der Mörder und sein Komplize...
8.Juli 1986: Zwei Männer sitzen in einem abgedunkeltem Wohnzimmer und schauen sich einen Film an. Danach steigen die beiden in einen roten Audi, der dem älteren der beiden, dem Dänen Peer Sommer (Ulrich Thomsen) gehört. Auf ihrer Fahrt sehen sie ein 11jähriges Mädchen mit dem Rad in einen Wald- und Wiesenweg einbiegen. Die beiden fahren dem Kind nach und Peer steigt aus dem Wagen, rennt dem ängstlichen Mädchen nach, dass ins Feld flüchtet. Dort vergewaltigt der Mann das Kind und tötet es anschliessend im Kornfeld, die Leiche wird im etwas weiter weg liegenden See entsorgt.
Sein Begleiter Timo Friedrich (Wotan Wilke Möhring) schaut bewegunngslos zu und wird somit zum Mittäter des Verbrechens.
Die Freundschaft der beiden pädophilen Männer endet auch an diesem Tag, denn angewidert flüchtet Timo Friedrich im Bus.
Die Tat wird nie aufgeklärt. Nun jährt sich das ungesühnte Verbrechen bald zum 23. Mal und Elena Lange (Katrin Sass), die Mutter des toten Mädchens joggt jeden Tag am Tatort vorbei, hinterlegt dort Blumen.
Immer wieder kommen die alten Wunden hoch.
Und an diesem Jahrestag wird alles noch viel, viel schlimmer. Eine Katastrophe bahnt sich bei der Familie Weghamm (Karoline Eichhorn/Roeland Wiesnekker) an. Deren Tochter Sinikka (Anna Lena Klenke) fällt an der gleichen Stelle wie vor 23 Jahren ebenfalls einem Verbrechen zum Opfer. Zumindest wird dort das Fahrrad des Mädchens gefunden. Der damals die Untersuchung leitende und inzwischen pensionierte Kripobeamte Krischan Mittich (BurkhartKlausner) sieht sofort Parallelen und wird aus eigenem Eifer wieder tätig. Auch die Kripo mit den sehr unterschiedlichen Beamten wie David Jahn (Sebastian Blomberg), ein pfiffiger Denker, sein ehrgeiziger Vorgesetzter (Oliver Stokowski) und die schwangere Jana Gläser (Jule Bowe) machen sich eifrig an die Arbeit, denn man will endlich den Täter, der nun höchstwahrscheinlich erneut zugeschlagen hat, endlich fassen...
Warum sollte nach so vielen Jahren das Gleiche passieren, hier, an der selben Stelle?
Dieser Frage geht der deutsche Thriller "Das letzte Schweigen" von Baran Bo Odar nach. Dabei setzt der Filmemacher anfangs zu sehr darauf mit möglichst vielen Naturstimmungsbildern die Atmosphäre des Films zu erhöhen. Ausserdem gestaltet sich der Anfang des Films etwas zäh und sperrig. Ein Schwachpunkt ist vielleicht auch die Entscheidung die beiden Täter sowohl von 1986 als auch von heute von den gleichen Darstellern spielen zu lassen, soviel konnte da die Maske dann doch nicht kaschieren.
Trotzdem gibt es Filme, die erst beim Abspann den Eindruck erwecken, dass sie in der Gesamtheit sehr, sehr gelungen waren. Zu dieser Kategorie gehört der düstere "Das Rest ist Schweigen" mit einem Schluß, der subtil Unbehagen und Angst hinterlässt.
Insgesamt fügt sich das ganze Chaos, dass die Polizei vermittelt, auch zu einer deutlichen Sozialkritik, dem leitenden Beamten ist vor allem wichtig, der Presse endlich einen Täter präsentieren zu können.
Etwaige Zweifel durch einige scheinbar unbedeutende Hinweise werden da schon mal ausgeblendet.
Die Schauspielerleistungen sind insgesamt auch gut.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.



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