
Regie: Ulrich Seidl
The Heat is on...
Ein hässlicher Wiener Vorort in der Hochsommerzeit. Die Hitze in den Tagen Ende Juli ist diesmal besonders heiss. Die Leute schwitzen, liegen in ihren Klapstühlen gleich neben dem Betonmischer. Die Umgebung besteht aus vielen kleinen Häuschen, aus Autobahnen und Supermärkten.
In der Nacht zuvor gabs Zoff wegen einem jungen Mädchen (Franzisca Weisz), die in der Disco die Blicke auf sich zog. Sehr zum Missfallen ihres permanetn eifersüchtigen und aggressiven Freund (Rene Wanko).
In einem anderen Haus wohnt ein alter Witwer (Erich Finsches) alleine mit seinem Hund, er fühlt sich durch den Streit der Nachbarn gestört. Sein Alltag wird durch die Haushälterin (Gerti Lehner) positiv bereichert.
Ein Handelsvertreter für Sicherheitssysteme (Alfred Mrva) ist bei dieser Hitze auch unterwegs, er will möglichst erfolgreich Alarmanlagen verkaufen und muss sich mit Kunden herumärgern, die einen gemeinen Autoverkratzer suchen, der immer in der Nacht zuschlägt.
Eine reichlich verrückte Anna (Maria Hofstätter) hält sich an diesen Tagen immer am Supermarkt auf und bittet fremde Leute darum, dass sie mit Ihnen ein Stück mitfahren darf. Dann verschreckt die Leute mit ihrer Distanzlosigkeit, stellt Fragen nach dem Sexualleben und wühlt den Leuten sogar in der Tasche herum.
Alle Fahrer reagieren etwas anders auf die Frau.
In einem anderen Häuschen leben die geschiedenen Eltern eines verunglückten kleinen Mädchens (Claudia Martini/Victor Rathbone) traumatisch nebeneinander. Die Frau bekommt Besuch vom jungen Masseur (Christian Bakony).
Eine Lehrerin (Christine Jinku) erwartet ihren zwielichtigen Liebhaber, den Discothekenbesitzer Vikert (Viktor Hennemann). Der taucht auch auf, aber nicht alleine. Der Begleiter (Georg Friedrich) erweist sich als trinkfreudig und unberechenbar...
Sechs Geschichten, die sich in dieser heissen Zeit des Jahres auf engem Raum ereignen und von denen manche leicht mit der anderen verwoben ist. Zumindest taucht die eine oder andere Person in mehreren Geschichten auf, wie beispielsweise die Haushälterin des alten Mannes, die auch bei dem geschiedenen Paar putzt.
Dabei gelingt es Ulrich Seidl in diesr scheinbar heilen bürgerlichen Welt reihenweise fiese Abgründe aufzudecken, die natürlich sehr krass dargestellt werden.
Es sind aber ganz normale Geschichten über Männer und Frauen, ihre Einsamkeit, ihre Verletzungen, ihre Gewalttätigkeit und ihre Sprachlosigkeit. Seidl seziert dies beinahe schon dokumentarisch, dies verleiht seinem Film eine große Authentizität. Die Grausamkeiten reichen von subtil bis eskalierend brutal.
Kein schöner aber ein guter Film.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen