Samstag, 8. Dezember 2012

Enter the Void


























Regie: Gaspar Noe

Kurz vorher und danach...

Oscar (Nathaniel Brown) wohnt seit einiger Zeit in der Metropole Tokio, Arbeit hat er keine. Daher vertickt er gelegentlich Drogen, um über die Runden zu kommen. Er lebt in den Tag hinein und stürzt sich Nachts voll in das Nachtleben der schillernden Megacity.
Der Drogenkonsum steigert sich, das meint auch sein Freund Alex (Cyril Roy), der ihm zum Thema Wiedergeburt das tibetische Buch des Todes schenkt.
Er lässt seine Schwester Linda (Paz de la Huerta) aus Europa zu sich kommen, das Geld für ihr Ticket hat er durch seine Deals finanziert.
Mit seiner jüngeren Schwester verbindet ihn seit der Kindheit und vor allem auch nach dem Unfalltot der Eltern ein besonders inniges Verhältnis, dass die beiden in der Kindheit mit einem Blutschwur besiegelten. Doch die Kinder wurden getrennt und sind in verschiedenen Waisenhäusern groß geworden.
Linda findet sehr schnell einen Job als Stripperin einen Job in einem Nachtclub. Sie fängt auch gleich eine Affäre mit Manager Mario (Massato Tano) an.
Mit Kumpel Victor (Oly Alexander)soll sich Oscar heute Abend im "Void" treffen. Aber er hat gerade mal wieder Drogen genommen, ist dementsprechend high und möchte den Trip lieber zuhause geniessen. Doch als Alex vorbeigeht, machen sie sich auf zum besagten Treffpunkt um dann auch später noch Linda tanzen zu sehen.
Im "Void" startet die Polizei einen Zugriff auf Oscar, der sich unten auf der Toilette verbarrikadiert, dann von einer tödlichen Kugel getroffen wird, weil die Bullen davon ausgingen, dass er selbst eine Waffe ziehen würde.
Nun stirbt er auf dieser Toilette, doch mit dem Tod ist nicht alles aus und den Rest der insgesamt 160 Minuten Laufdauer handelt von einer Seele, die über Tokio schwebt und die Hinterbliebenen beobachtet.
Alles gekoppelt mit Szenen der Vergangenheit und anderen halluzinatorischen Zuständen...


Wer "Irreversibel" gesehen hat, der weiss, dass Gaspar Noe seine Filme sehr unkonventionell erzählt. In beiden Fällen ist die Realität durch visuelle Besonderheiten verzerrt und entrückt dargestellt. Während in "Irreversibel" die Ereignisse rückwärts ablaufen, ist fängt hier die Kamera den lebenden Oscar entweder von hinten ein oder der Zuschauer sieht die Szenerie überhaupt mit Oscars Augen. Ähnlich wie bei Delmer Daves "Die schwarze Natter". Apropos Film Noir... Noe gab an, dass er während er den Film Noir "Die Dame im See" sah, die Idee zu diesem Film bekam.
Das Ergebnis ist ein 160 Minuten langer Bilderrausch, der in seinen besten Momenten extrem faszinierend, aber auch an mancher stelle sehr anstrenged wirkt.
Vielleicht kann man als Quintessenz anmerken, dass "Enter the Void" eine Tortur ist, die sich aber als Resultat am Ende dann doch lohnt.
Denn der Film ist ziemlich einzigartig, verblüffend und vibrierend.
Es ist aber definitiv kein Film für einen netten unterhaltsamen DVD-Abend, für den französischen Filmtrip, der phasenweise wie ein Drogenrausch anzusehen ist, braucht man Zeit und Geduld.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen