Mittwoch, 5. Dezember 2012

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels


























Regie: Steven Spielberg

Indy ohne Seele...

Die Frage war ja ob Indiana Jones nach fast 20 Jahren Pause nicht doch etwas in die Jahre gekommen ist und vor allem ob der Kultheld bei einer neuen Cinema Generation annähernd oder gar ebenso erfolgreich sein kann wie in den 80ern.
Letzteres hat der Spielberg Streifen mit Bravour gemeistert, das Einspielergebnis ist sogar noch besser als bei den ersten 3 Teilen, die damals Box Office Geschichte machten. Für dieses Können, Kinohelden von einst erfolgreich auszugraben und zeitgeistig weichzuspülen, ziehe ich vor Spielberg und vor allem auch vor George Lucas den Hut. Schon mit "Star Wars" ging diese Rechnung bestens auf. So ziehen sich diese beiden Filmreihen schon seit den 70s (bei Indiana Jones sinds immerhin auch schon mehr als 25 Jahre) bis heute erfolgreich durch eine sich veränderte Kinolandschaft - die Fans der ersten stunde sind heute vierzig bis bald sechzig Jahre alt, die Fortsetzungen werden aber heute von deren Kindern besucht. Mir drängt sich dennoch die Frage auf, ob die Neuverfilmungen im heutigen Kino(und dies gilt sowohl für Star Wars als auch für Indy) wirklich nur noch mit dieser übermässigen Überdosis an Special Effects funktionieren können oder ob ein "Back to the Roots" genauso erfolgreich wäre.
Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat "besonders wertvoll" mit folgender Begründung: Fulminant geht der vierte Teil weiter, wechselt aber glaubhaft in eine andere Ära und bleibt in Stil, Look und Story doch sich selbst und seinen Fans treu. Und gerade dieser Wechsel zwischen vertraut und neu ist es, der gefällt und dem eingespielten Duo Spielberg und Lucas bei dieser handwerklich perfekten Leistung erstklassig gelungen ist.
Die Filmbeschreibung auf dem Cover lobt den letzten grossen Abenteurer und besten Indiana Jones aller Zeiten in einer "Nonstop-Verfolgungsjagd" vollgepackt mit echten Stunts und herausragender Abenteuer-Action.
Was die Eigenschaften des Films betrifft stimmen diese Aussagen sogar. Es fehlt aber leider für mich das Entscheidende oder etwas ganz Wesentliches. Etwas, dass die ersten 3 Filme ausgemacht hat: Eine Art märchenhafter, magischer Charme. Dies hat der Indiana Jones von 2008 nicht mehr - also fulminanter Kassenerfolg ja, wie die neuen Star Wars Filme auch, aber reichts auch irgendwann in ein paar Jahren für das Kultprädikat ? Der Streifen zeigt eine kurzweilige Achterbahnfahrt ohne Längen, aber auch ohne Seele. Trotz netter Darstellerriege, einem erstaunlich agilen Harrison Ford, einem netten möglichen Nachfolger wie Shia La Beouf, einem Wiedersehen mit Karen Allen (Marion Ravenhurst aus "Jäger des verlorenen Schatzes") und einem interessanten Bösewicht wie Cate Blanchett als russische Agentin Irina Spalko.


 Irgendwie kam mir beim Kristallschädel-Happening diese eine Folge von South Park in den Sinn, bei der Spielberg und Lucas ihr Fett abkriegen, weil sie seit einiger Zeit ihren Filmen vor lauter finanziellem Kalkül sämtliche Ecken und Kanten nehmen und sogar nicht mal zurückschrecken, ihre guten alten Filme neu zu remastern, ganz neue Szenen beifügen und so zu reinen Special Effects Fetischisten mutieren. Schade eigentlich...die wichtigsten Märchenonkels des Kinos haben die Magie verloren.


Bewertung: 4 von 10 Punkten.

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