Mittwoch, 5. Dezember 2012
Casino Royale
Regie: Martin Campbell
Neuer Bond...
Hab den Film erst vor einigen Tagen für mich entdeckt. Somit eher spät, was eindeutig an meiner persönlichen chronischen Bond-Müdigkeit lag, die schon zu Roger Moores Glanzzeiten einsetzte und die auch von Timothy Dalton und Pierce Brosnan nie durchbrochen werden konnte. Bond gehörte halt zum Kinozyklus, zu diesen immer wiederkehrenden Gewohnheiten...aber irgendwann war die Serie so voraussehbar, so wenig überraschend und auch nicht mehr überzeugend, dass ich gar nicht mal weiss, ob ich in den letzten Jahren nicht den einen oder anderen Bond mal verpasst habe. Sie waren ja eh alle irgendwie sehr ähnlich gestrickt und daher austauschbar.
Umso erstaunter war ich jetzt von der Interpretation durch Daniel Craig, den ich spontan nach diesem geglückten Einstand als den einzigen Bonddarsteller ausrufen möchte, der Sean Connery das Wasser reichen kann. Ja, mehr noch...Craig bringt durch sein ambivalentes Spiel die lange vermissten Spannungselemente zurück, weil er nicht immer dieser perfekte Saubermann-Agent ist, der von Schönheiten umringt ist, sich wahnsinnigen Psychopathen, die die Welt zerstören wollen, stellen muss und immer in Gefahr gerät, aber nie wirklich in richtiger Gefahr war.
Craig zeigt uns einen Bond mit Ecken und Kanten, einen widersprüchlichen Typen..Einer, der logischerweise nicht nur ins "Guter Agent" Schema passt, einge Leichen im Keller haben müsste. Aber Bond ist ab sofort wieder glaubwürdig und lebendig. Der Film selbst war trotz einiger kleiner logischer Ungereimtheiten hochspannend und für mich perfektes und positives Mainstream-Kino.
Craig hat in Sachen Bonds Zukunft einen Quantensprung hingelegt...Klasse.
Bewertung: 9 von 10 Punkten.
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