Mittwoch, 5. Dezember 2012
Street Kings
Regie: David Ayer
Korrupte Cops...
"Street Kings" von David Ayer ist nach einer Drehbuch-Teamarbeit von Kurt Wimmer, Jamie Moss und massgeblich von James Ellroy entstanden.
Der 1948 geborene James Ellroy ist ein inzwischen sehr populärer US-amerikanischer Schriftsteller, der Kriminalromane schreibt und mit "LA Confidential" oder "Die blaue Dahlie" erfolgreiche Bestseller landen konnte. Ellroy beschreibt mit Vorliebe die dunklen Seiten der US-amerikanischen Gesellschaft - nicht zuletzt beschreibt er die Korruption in der Polizei.
Ellroys Geschichten handeln von Männerbündnissen, die eher durch Feigheit und Opportunismus besiegelt wurden und viel weniger aus Loyalität und Respekt. Ort des Geschehens ist ein verkommenes Los Angeles.
Während Ellroy autobiographisch bedingt viele seiner Werke in den 40er und 50er Jahren anlegt (seine Mutter wurde ermordet als er 10 Jahre war), ist "Street Kings" ein Polizeithriller, der im Hier und Heute spielt.
Regisseur ist David Ayer, der sich mit Drehbüchern bereits einen Namen gemacht hat. "Training Day" und "Swat" gehen auf sein Konto.
Und genau in dieser Optik ist "Steet Kings" anzusiedeln...
Detective Tom Ludlow (Keanu Reeves) vom Los Angeles Police Department ist der grobe Mann der Abteilung. Er ist kompromisslos, pfeift auf die Rechte der Kriminellen und greift schon auch mal in seinen vielen spektakulären Ermittlungen locker zur Waffe..wenn "Gefahr im Verzug" droht. Ermittler Biggs (Hugh Laurie) hat es daher auf ihn abgesehen. Als einige Tage später Ludlows ehemaliger Partner, der Cop Washington, von unbekannten Tätern hingerichtet wird und in Ludlows Armen stirbt, gehört Ludlow zu den Hauptverdächtigen, denn Washington war Biggs Zeuge bei den internen Korruptions-Ermittlungen in den eigenen Reihen.
Ludlows Freund und direkter Vorgesetzer Jack Wonder (Forest Whittaker)untersagt ihn in diesem Fall weiter zu ermitteln um aus der Schusslinie zu kommen. Dennoch gibt es für Ludlow nur ein Ziel: Er will die Killer fassen und zur Rechenschaft ziehen. Bei dieser Mission steht Ludlow der junge Nachwuchs-Cop Diskant (Chris Evans) zur Seite. Erst sehr spät merken die Beiden, wen sie eigentlich verfolgen....
Eigentlich ein recht unterhaltsamer, straighter Thriller, der am Anfang schön verzwickt ist, aber dennoch straight, nüchtern und kompromisslos Tempo fährt.
So ist die erste Hälfte des Films durchaus furios und bietet kaum sichtbare Schwächen. Selbst der vielleicht etwas zu smarte Keanu Reeves macht nicht viel falsch.
Erst gegen Ende offenbart der Streifen dann doch einige Hänger in der Form, weil ich als Zuschauer schon ein bisschen weiter bin als der immer noch ahnungslose entfesselte Held & Cop.
Auch das Finish ist etwas schwach, weil zwar alles logisch geschlossen bleibt, aber leider voll die konventionelle Schiene fährt.
Zu vorhersehbar sind die Machenschaften der Polizei, etwas unglaubwürdig auch die Superman-Attitüde, die dem Held etwas anhaftet. Wenig Überraschungen, aber dafür gute, schnelle Schnite, sowie viel Blut und Gewalt.
Bewertung: 6 von 10 Punkten.
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