Samstag, 8. Dezember 2012

Ohne Limit



Regie: Neil Burger

A Million in 1,2,3...

Einen Logikfehler haben die durchsichtigen Pillen namens NZT-48 in "Ohne Limit", die wohl die Intelligenzleistung des Menschen von den üblichen 10-20 %, die spontan abrufbar und benutzbar sind, auf satte 100 % zu steigern in der Lage sind: Würde man dann intelligenterweise nicht eher versuchen, den blauen Planeten zu retten, der durch den Raubbau des Menschen leidet oder eine Lösung zu finden für die Armut in der Welt oder aber in die Fußstapfen von Albert Einstein zu treten ? Für eine wissendere und intelligentere Welt. Unser Held Eddie Morra (Bradley Cooper), ein erfolgloser Schriftsteller in New York City, entscheidet sich nach der Einnahme dieser Wunderdroge aber eher für das schnöde, schnelle Geld, dass an der Wall Street zu holen ist und strebt danach den Posten eines Senators an, seine Passion "das Schreiben" hat er schneller ad akta geleget, als seine Verlegerin "Wow, tolles Manuskript" sagen kann.
Eben hat ihm seine Freundin Lindy (Abbie Cornish) den Laufpass gegeben, denn sie ist auch beruflich aufgestiegen und mag ihren sympathischen Looser zwar immer noch sehr gerne, aber mit ihm in die Zukunft gehen ? Nein danke.
Ein Glück, dass Eddie rein zufällig seinen Exschwager Vernon (Johnny Withworth) auf der Straße trifft, der mit diesen neuen Intelligenzpillen dealt. Laut Vernon sollen die im nächsten Jahr auf den Markt kommen, gutes Geld kosten, alle klinischen Untersuchen sind erfolgreich abgelaufen.
Glaubwürdig, wie Eddie findet und nach einigem Zögern nimmt er diese 800 Dollar teure, aber von Vernon verschenkte Pille ein.
Plötzlich lösen sich die Blockaden im Kopf, Vernon ist von Null auf 100 in der Lage klar, strukturiert und erfolgreich zu agieren. Seine Gehirn kann alle Erinnerungen, die er jemals - wenn auch nur beiläufig gehört oder gelesen - erfolgsorientiert abrufen und er hat den besten Tag seines Lebens, er ist sogar in der Lage seine Schmuddelbude aufzuräumen.
Er bemerkt auch, dass er in Sekundenschnelle Sprachen lernen kann, auch wissenschaftliche Bücher hat er im Nu erfasst.
Nur blöd, dass diese Pille am anderen Tag ihre Wirkung verloren hat und sich auch ein gewisser Entzug bemerkbar macht.
Nichts wie los zu Vernon, um eine ganze Tüte dieser Geistesblitze zu ordern. Doch der lebt gefährlich, wie Eddie sehr schnell bemerken muss...

 "Ohne Limit" ist ein optisch sehr gut gelungener und auch recht unterhaltsamer amerikanischer Thriller aus dem Jahr 2011, der auf dem Roman "The Dark Fields" von Alan Glynn basiert. Das Produktionsbudget betrug ungefähr 27 Mio. US-Dollar, das Einspielergebnis liegt derzeit bei ca. 156 Mio. Dollar.
Dabei ist der Film auch mit satirischer, bisweilen galliger Note unterwegs, porträtiert aus diesen Grunde auch schonungslos diesen neuen "Way of Life" mit dem "Glück" möglichst viel Schotter verdienen, dann wird man auch wieder für sich selbst und andere attraktiver.
Aus moralischer Sicht müsste aber durch die Überforderung bzw. Überdosis das Ziel sein, wieder in Richtung moralischer Lebensführung kleiner und wieder geerdet zu werden, doch darauf hat Neil Burger mit seiner fiesen Message keine Lust, er zeigt nämlich einen recht wenig bürgerlichen Weg aus der Misere. Wenn du reich und einflussreich bist, dann kannst du dir soviel NZT 48 kaufen, dass du nicht am Entzug krepieren musst und du hast sogar die Chance Präsident der United States of America zu werden.
Als Wallstreet Hai ist Robert de Niro zu sehen.
  Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.

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