Regie: Guy Ritchie
Der gute alte Sherlock Holmes als Actionstar
Sherlock Holmes, diese Romanfigur des britischen Autors Sir Arthur Conan Doyle ist im London des späten 19ten Jahrhundert als Privatdetektiv tätig. Holmes greift dabei für seine Zeit zu ausserordentlich modernen Methoden der Verbrechensermittlung. Er setzt auf eine forensisch geprägte Arbeitsmethode, auf eine ausserordentliche Beobachtungsgabe, die diese einzelnen Wahrnehmungen zu einer schlüssigen Einheit kombiniert. Gemeinsam mit seinem Freund Dr. Watson führt er die Gabe dieses analytisch-rationalen Denkens zu Erfolgen, indem er selbst die kniffligsten Kriminalfälle auflösen kann.
Zahlreiche Verfilmungen gab es schon und Guy Ritchies Variante von 2009 war zumindest eine der bislang erfolgreichsten an der Kinokasse:
London 1891: Ein Serienmörder, der es auf junge Mädchen abgesehen hat, versetzt London in Angst und Schrecken. Der berühmte Detektiv (Robert Downey jr.) und sein Assistent Dr. Watson (Jude Law) machen den bekannten und geschätzten Lord Blackwood (Mark Strong) schnell als Übeltäter aus und sie können in letzter Sekunde das sechste Opfer, dass bei einem okkulten Ritual sterben soll, vor dem Tod retten.
Ein dankbarer und etwas verdutzter Inspektor Lestrade (Eddie Marsan) wäre zu spät gekommen. Holmes wird als Held der Stunde gefeiert und der Schurke Blackwood zum Tod verurteilt. Doch bevor der Galgen zuschlägt, bittet Blackwood Holmes um eine letzte Unterredung im Gefängnis.
Inzwischen haben die Wärter Angst vor dem Todeskandidaten, denn es häufen sich übernatürliche Ereignisse, die Blackwood mit seinen Fähigkeiten herbeigeführt haben soll.
Tatsächlich warnt Blackwood einen eher gelangweilten Holmes mit dem absurden Zukunftsorakel, dass er auch nach seinem Tod weiter morden werde.
Die Exektution findet statt. Holmes fröhnt seiner Drogensucht und bekommt Besuch von seiner Flamme Irene Adler (Rachel McAdams) und dann macht die Nachricht die Runde, dass Blackwood sein Grab verlassen hat....
Umso erfreulicher, dass er wieder da ist. Doch "Sherlock Holmes" ist nicht ganz rund, trotz Großerfolg an der Kinokasse.
Über die hohe Perfektion des Films gibt es nichts zu mäkeln, vor allem die FKamera von Philippe Rousselot (Gefährliche Liebschaften, Bartholomäusnacht, Therese, Aus der Mitte entspringt ein Fluß) ist wie gewohnt hervorragend. Kostüme, Art und Set Decoration ebenso.
Auch die Darsteller überzeugen, vor allem Robert Downey jr.
Was leider etwas zu kurz kommt ist die Atmosphäre, die wird leider m.E. zugunsten von CGI geprägten Actionszenen zu oft in den Hintergrund gedrängt und daher auch viel Potential verschenkt, die die klassische Figur im Wechselspiel mit seinem Freund bietet könnte.
Was bleibt ist unterhaltsames, wie oberflächliches Popcornkino - gut geeigent für einen späteren Sonntagnachmittagfilm. Ob Ritchies "Sherlock Holmes" allerdings zukünftig zu einem Klassiker avanciert ist fraglich.
Zu sehr ist der Spass auf Oberflächlickeiten fokussiert...
Bewertung: 6 von 10 Punkten.







Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen