Mittwoch, 5. Dezember 2012
Son of Rambow
Regie: Garth Jennings
Blutsbrüder
Eine Kindheit in England in den 80er Jahren:
Der 11jährige Will Proudfoot (Bill Milner) ist ein Aussenseiter in seiner Schulklasse. Immer wenn im Unterricht eine Doku zum Unterrichtsstoff gezeigt wird, muss Will das Klassenzimmer verlassen. Seine alleinerziehende Mutter ist Mitglied der strikten Freikirche, der Plymouth Brethren, die vor allem Fernsehen, Kino und Musik als Sünde bezeichnen.
Als "First Blood" (Rambo) im Kino gezeigt wird, formiert sich die Sekte zum Protest vor dem hiesigen Lichtspielhaus.
In der Schule geht alles seinen gewohnten GAng: Wieder einmal sitzt Will im Gang, zeichnet phantasievolles in sein Schulheft und wartet. Dort landet häufig auch aus dem anderen Klassenzimmer dieser Lee Carter (Will Poulter), ein besonderer Schrecken für alle Lehrer, denn der Junge ist ein Rüpel - schwer erziehbar und extrem frech. Und ein echter Unterrichtsstörer...
Lee wächst ohne Eltern bei seinem grösseren Bruder Lawrence (Ed Westwick) auf, dem er ständig imponieren will. Bei einem dieser unfreiwilligen Sitzungen im Gang lernen sich die beiden grundverschiedenen kids kennen. Zuerst wird der gutgläubige und etwas ängstliche Will von Lee eher ausgenutzt. Lee hat vor, bei einem Jugendfilmwettbewerb der BBC anzutreten und zu gewinnen, er nimmt dazu verbotenerweise die Videokamera seines Bruders und Will soll zum unfreiwilligen Hauptdarsteller gezwungen werden. Doch dann sieht Will eine von Lee im Kino abgefilmte Raubkopie des verpöhnten Rambo Films und sofort wird Will vom Film, vom Filmhelden und vom Filmen gepackt. Seine Filmidee über die Abenteuer vom Sohn des Rambo, der seinen Vater aus den Händen der Feinde befreien muss, wird auch Lee begeistert aufgenommen.
Nun muss er natürlich sein neues Hobby und auch seinen neuen Kameraden zuhause geheim halten. Die beiden Aussenseiter freunden sich aber schnell an und bald sind Konflikte vorprogrammiert als die französischen Austauschschüler ankommen. Der frühreife und exaltierte Didier (Jules Sitruck) wird bald von allen anderen Schülern abgöttisch geliebt...
Regisseur Garth Jennings und Producer Will Goldsmith sind auch unter dem Pseudonym Hammer & Tongs bekannt und gefeierte Macher von Musikclips wie "A-Punk" von Vampire Weekend, "Coffee & TV" von Blur oder "right here, right now" von Fatboy Slim.
Die 80er Hommage "Son of Rambow" entstand 2007 und folgt der Tradition typisch britischer Filme mit viel Herz, Wärme, Phantasie, Poesie und schrulligen wie liebenswerten Protagonisten.
Wer "Billy Elliot" oder "Ganz oder gar nicht" gut fand, der wird auch den positiven Touch vom "Son of Rambow" unwiderstehlich finden.
Letztendlich ist es ein sehr schöner Film zum Thema Freundschaft, denn beide Kids erleben irgendwann den bisher schönsten Tag des Lebens und den Machern gelingt darüberhinaus eine liebenswerte Verklärung auf die 80er Jahre Dekade mit den ersten Videokameras und den damals so innovativen Videocassetten.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
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