Samstag, 8. Dezember 2012

Van Diemens Land

























Regie: Jonathan auf der Heide

Die Menschenfresserlegende von Alexander Pearce..

Alexander Pearce (Oscar Redding), der von 1790 - 19. Juli 1824 war ein irischer Dieb von 6 Paar Schuhen, der aufgrund dieses Vergehens mit Zwangsarbeit in einem Gefangenenlager im Vandiemensland (heutiges Tasmanien) verurteilt wurde.
In dieser wunderschönen, aber genauso grausamen und unwirtlichen Wildnis gelingt Pearce gemeinsam mit den 7 Mithäftlingen Alexander Dalton (Mark Leonard Winter), Thomas Bodenham (Tom Wright), William Kennerly (Greg Stone),  Matthew Travers (Paul Ashcroft), Edward Brown (John Francis Howard), Robert Greenhill (Arthur Angel) und John Mather (Torquil Neilson) die Flucht aus der Macquarie Harbour Strafkolonie.
Doch bereits nach der Überwältigung von Lieutenant Cutherson (Jason Glover) gibts Komplikationen, denn das Boot zur Flucht ist durch schießendes Wachpersonal nicht mehr erreichbar und so fliehen die Männer in die Wildnis Tasmaniens.
Dort herrscht zuerst mal gute Stimmung, denn die Freiheit ist erlangt. Nur noch raus aus diesem Dschungel. Doch so einfach ist es nicht. Nach einer Zeit treten auch die ersten Spannungen unter den unterschiedlichen, ja auch kriminellen Männer auf und als dann der Hunger immer größer wird, aber auch klar wird, dass die Jagd auf wilde Tiere enorm schwer ist, taucht erstmalig der Gedanke auf das Überleben durch Kannibalismus zu sichern. Man zitiert das auch geltende Gesetz des Meeres, dass diesen ansonsten unmenschlichen, ekelhaften Akt in einem Notfall erlaubt.
Bald ist das erste Opfer ausgemacht...


Jonathan auf der Heide drehte mit "Van Diemen´s Land" diese tatsächlich so geschehenen Ereignisse sehr detailgetreu nach.
Daher ist derjenige, der hier einen Splatterfilm über menschenfressende Monster sehen will, wohl sehr schnell enttäuscht.
Auf der Heides Variante ist eher eine schaurige und meditative Reise ins Innere des menschlichen Überlebenstriebs und er erzählt sehr sperrig und spröde den Umgang dieser 8 Menschen miteinander in dieser Notsituation.
Spannung ist daher Fehlanzeige. Trotzdem hat der Film einen individuellen Rhythmus gefunden, der die Verzweiflung und die Angst der Protagonisten in eine sehr urwüchsige, archaische Landschaft einbettet.
"Männer auf dem Weg zur Hölle" wird man irgendwann die Offstimme von Pearce sagen hören, damit trifft er zweifelsohne den Kern diesr auswegslosen Odyssee.
Dadurch, dass von der Heide so sehr am dokumentarischen Stil festhält, verpasst er aber die Chance künstlerische Akzente wie beispielsweise in Herzogs "Aguirre" bestens vorhanden, zu platzieren.



Bewertung: 5,5 von 10 Punkten.

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