Regie: Oliver Stone
Eine Fehleinschätzung des vergangenen Kinojahrzehnts...
Meistens sind ja diese goldenen Himbeeren, die am Vorabend des Oscars verliehen werden, ziemlich gerecht. Der Film "Alexander" war 2004 ebenfalls für sechs Goldene Himbeeren nominiert, darunter in den Kategorien schlechtester Film, schlechtester Darsteller (Colin Farrell), schlechteste Hauptdarstellerin (Angelina Jolie) und schlechteste Regie (Oliver Stone). Er ging allerdings leer aus...was diese Fehleinschätzung aber auch nicht besser macht.
Die Kritiken waren auch eher mau, meistens war ja die Glaubwürdigkeit von Jolie/Farell als Mutter-Sohn Gespann im Kreuzfeuer der Kritik. Aber auch die Darstellung von Alexanders Bisexualität dürfte nicht wenige Kinozuschauer irritiert haben. Vielleicht ist dieser Punkt sogar für das Scheitern des Films an der Kasse verantwortlich. Möglich, dass das heutige Publikum die zwei Facetten Krieger und Homosexualität nicht schlüssig miteinander verbinden kann.
Man hat dem Film den Vorwurf gemacht, dass der Film penetrant auf diesem Thema, der Liebe zwischen Alexander und Hephaistion (Jared Leto) herumreitet. Ich empfand die Darstellung aber nie aufdringlich, sondern sie zeigt diesen in der griechischen Antike ganz anderen Umgang mit der Liebe unter Männern völlig natürlich und ungezwungen. Nicht zuletzt waren ja diese Beziehungen auch von einer bedingungslosen treuen und brüderlichen Kameradschaft geprägt.
Möglich also, dass genau diese Art von Authentizität den Film letztendlich beim Massenpublikum hat scheitern lassen.
Ich hatte den Film lange Zeit ungesehen im Regal liegen, erwartet hatte ich eher ein oberflächliches Historienspektakel wie die Kinofassung von "Troja" erwartet(der wesentlich längere Directors Cut von Petersen ist immerhin etwas besser).... war aber nach 169 langen, aber nie langweiligen Minuten positiv überrascht und sehr beeindruckt.
Der Film ist gut.
Ich finde sogar, dass "Alexander" Oliver Stones beste Arbeit seit "Platoon" geworden ist. Es ist ein wunderbar opulenter Bilderfilm über einen Helden der Antike geworden. Er steht auf einer Stufe mit dem überraschend guten, bildgewaltigen und atmosphärisch dichten Directors Cut von Ridley Scotts "Königreich der Himmel". Einer dieser Filme, die in der gekürzten und kommerziell zurecht geschnittenen Kinofassung um ein Vielfaches schlechter gemacht wurde.
Alexander wird als zerissener Visionär gezeigt, der von Eroberung getrieben wird. Dabei ist sein Ziel der Eroberungen des Ostens auch mit dem Wunsch verbunden, die unterschiedlichen Völker zu verbinden.
Ein Zeitfenster öffnet sich und wir sind in einer Zeit 300 Jahre vor Christus: Gezeigt wird Alexanders Jugend, seine Träume von Ruhm und Abenteuer, bis hin zu seinem einsamen und mysteriösen Tod als Herrscher des größten Reichs der Weltgeschichte. Er zeigt die ungestüme, turbulente Beziehung zu seinen Eltern, Nicht zuletzt sein Eroberungsfeldzug von den von der Sonne verbrannten Schlachtfeldern des Persischen Reichs bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln Indiens - irgendwann wird der Eroberungsfeldzug zu einer Art Odyssee. Dies alles mit viel Potential unvergesslicher Kinobilder.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.
Eine Fehleinschätzung des vergangenen Kinojahrzehnts...
Meistens sind ja diese goldenen Himbeeren, die am Vorabend des Oscars verliehen werden, ziemlich gerecht. Der Film "Alexander" war 2004 ebenfalls für sechs Goldene Himbeeren nominiert, darunter in den Kategorien schlechtester Film, schlechtester Darsteller (Colin Farrell), schlechteste Hauptdarstellerin (Angelina Jolie) und schlechteste Regie (Oliver Stone). Er ging allerdings leer aus...was diese Fehleinschätzung aber auch nicht besser macht.
Die Kritiken waren auch eher mau, meistens war ja die Glaubwürdigkeit von Jolie/Farell als Mutter-Sohn Gespann im Kreuzfeuer der Kritik. Aber auch die Darstellung von Alexanders Bisexualität dürfte nicht wenige Kinozuschauer irritiert haben. Vielleicht ist dieser Punkt sogar für das Scheitern des Films an der Kasse verantwortlich. Möglich, dass das heutige Publikum die zwei Facetten Krieger und Homosexualität nicht schlüssig miteinander verbinden kann.
Man hat dem Film den Vorwurf gemacht, dass der Film penetrant auf diesem Thema, der Liebe zwischen Alexander und Hephaistion (Jared Leto) herumreitet. Ich empfand die Darstellung aber nie aufdringlich, sondern sie zeigt diesen in der griechischen Antike ganz anderen Umgang mit der Liebe unter Männern völlig natürlich und ungezwungen. Nicht zuletzt waren ja diese Beziehungen auch von einer bedingungslosen treuen und brüderlichen Kameradschaft geprägt.
Möglich also, dass genau diese Art von Authentizität den Film letztendlich beim Massenpublikum hat scheitern lassen.
Ich hatte den Film lange Zeit ungesehen im Regal liegen, erwartet hatte ich eher ein oberflächliches Historienspektakel wie die Kinofassung von "Troja" erwartet(der wesentlich längere Directors Cut von Petersen ist immerhin etwas besser).... war aber nach 169 langen, aber nie langweiligen Minuten positiv überrascht und sehr beeindruckt.
Der Film ist gut.
Ich finde sogar, dass "Alexander" Oliver Stones beste Arbeit seit "Platoon" geworden ist. Es ist ein wunderbar opulenter Bilderfilm über einen Helden der Antike geworden. Er steht auf einer Stufe mit dem überraschend guten, bildgewaltigen und atmosphärisch dichten Directors Cut von Ridley Scotts "Königreich der Himmel". Einer dieser Filme, die in der gekürzten und kommerziell zurecht geschnittenen Kinofassung um ein Vielfaches schlechter gemacht wurde.
Alexander wird als zerissener Visionär gezeigt, der von Eroberung getrieben wird. Dabei ist sein Ziel der Eroberungen des Ostens auch mit dem Wunsch verbunden, die unterschiedlichen Völker zu verbinden.
Ein Zeitfenster öffnet sich und wir sind in einer Zeit 300 Jahre vor Christus: Gezeigt wird Alexanders Jugend, seine Träume von Ruhm und Abenteuer, bis hin zu seinem einsamen und mysteriösen Tod als Herrscher des größten Reichs der Weltgeschichte. Er zeigt die ungestüme, turbulente Beziehung zu seinen Eltern, Nicht zuletzt sein Eroberungsfeldzug von den von der Sonne verbrannten Schlachtfeldern des Persischen Reichs bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln Indiens - irgendwann wird der Eroberungsfeldzug zu einer Art Odyssee. Dies alles mit viel Potential unvergesslicher Kinobilder.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.





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