Mittwoch, 5. Dezember 2012
Als das Meer verschwand
Regie: Brad McGann
Lebenslügen, Geheimnisse und das Schweigen
Der erfahrene, bekannte Kriegsfotograf und Mittdreissiger Paul (Matthew MacFadyen) kehrt nach dem Tod seines Vaters in sein Heimatdorf in Neuseeland zurück. Dort wird er vom älteren Bruder (Colin Moy), dessen Frau (Miranda Otto) und auch von seiner damaligen Geliebten Jackie (Jodie Rimmer) eher mit gemischten Gefühlen empfangen. Lediglich Jackies 16jährige Tochter Celia (Emily Barclay) sucht die Nähe zum Heimkehrer, der für sie Freiheit, Wagemut und Individualität verkörpert.
Auch für Paul wird diese aussergewöhnliche Beziehung immer wichtiger, gemeinsam treffen sich beide immer öfters. Eines Tages verschwindet Celia spurlos, für die Kleinstädter steht bald Paul als Sündenbock fest.
Die Polizei geht bald von einem Verbrechen aus. Es beginnt eine Spurensuche, für Paul selbst wird es auch eine Reise ins Ich, in ein vergangenes Geflecht alter Familiengeheimnisse, Lebenslügen und unverarbeiteten traumatischen Erlebnissen.
Mit viel poetischem Flair erzählt Regisseur Brad MacGann seine Geschichte, die am Anfang sehr verdeckt ist und sich im Lauf der Geschehnisse immer mehr offenlegt. Dabei variiert der Film zwischen Thriller, Mystery und Familiendrama. Am Ende offenbart sich tatsächlich die grosse griechische Tragödie.
"Als das Meer verschwand" (Originaltitel "In my fathers den") ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Maurice Gee. Es ist ein sehr empfehlenswerter. leider wenig bekannter Film aus dem fernen Neuseeland, der vielleicht in den ersten 25 Minuten eher spröde, behäbig, ja auch ziemlich langsam wirkt, weil er sich viel Zeit nimmt, die Charaktere und die Kleinstadt vorzustellen. Es passiert zuerst nicht viel - nach dieser Anlaufzeit dreht der Film allerdings langsam aber sicher auf und legt seine bewegenden und spannenden Anteile frei.
Der Film gewann 10 New Zealand Screen Awards im Jahr 2005. Regisseur Brad MacGann verstarb leider im Mai 2007 im Alter von 43 Jahren an Darmkrebs
Bewertung: 7, 5 von 10 Punkten
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)




Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen