
Regie: Courtney Hunt
Fahrten auf dünnem Eis...
Eine triste Wohnwagensiedlung an der amerikanisch-kanadischen Grenze namens North Country, es ist auch Territorium der Mohawk Indianer. Die Mittvierzigerin Ray Eddy (Melissa Leo) träumt seit längerem von einem Eigenheim und hat damit gerechnet, dass ihr Ehemann, der längere Zeit auf Montage war, mit einem gutem Lohn heimkommt, den die Familie als Anzahlung für dieses bessere Zuhause braucht.
Doch der spielsüchtige Mann ist mit diesem Ersparnus wie vom Erdboden verschwunden, meldet sich auch nicht am Handy.
Ray Eddy ahnt bereits, dass die Ansparung verloren ist und in Atlantic City verprasst wird, doch sie will vor ihren Söhnen, dem 15jährigen T.J. (Charlie McDermott) und dem 5jährigen Ricky (James Reilly) ein bisschen Hoffnung bewahren, die sie leider verloren hat.
Sie arbeitet hart in diesem Kaff, doch sie ist täglich mit der Armut konfrontiert. In den nächsten Tagen soll auch der Fernseher gepfändet werden und die Kinder bekommen zum Mittagessen Popcorn - das ist alles, was noch da ist.
Als sie den Wagen ihres Mannes im Ort entdeckt, keimt doch wieder Hoffnung auf, aber das Gefährt wird ihr vor der Nase von einer jungen Indianerin Lila (Misty Upham) entwendet.
Eine Verfolgungsjagd im tiefen Schnee in diesem weit verzweigten Trailerpark beginnt und die Frau landet schliesslich vor dem Wohnwagen der Diebin.
Diese will ihr unbedingt den Wagen abkaufen und überredet sie durch den zugefrorenenen St. Lawrence River nach Kanada zu fahren, ein lukratives Geschäft wartet.
Lila schmuggelt seit langer Zeit schon illegal Leute von Kanada in die USA, dazwischen das gesetzesliberale Territorium des Cherokee-Reservates. Ray Eddys Auto mit geräumigem Kofferraum scheint wie geschaffen dafür, um die blinden Passagiere aus China oder Pakistan zu verstecken und die Staatsgrenze zu bringen.
Die beiden unterschiedlichen Frauen merken sehr schnell, dass sie ähnliche Existenzprobleme haben, aber für ein paar Stunden lassen sich viele Dollars verdienen. Doch der Schmuggel hat auch beträchtliche Risiken...
"Frozen River" ist ein US-Independentfilm, der es 2009 schaffte zu den oscarnominierten Filmen zu gehören. Die Hauptdarstellerin Melissa Leo schaffte es sogar zu den 5 auszeichnungswürdigen Hauptdarstellerinnen zu gehören.
Allerdings musste sie sich von Kate Winslet "Der Vorleser" geschlagen geben. Melissa Leos Darstellung der starken Frau aus der sozialen Unterschicht ist aber auf jeden Fall grandios.
Gezwungen aus ihrer Situation, gedrängt in neue Extremsituationen werden die beiden Frau - ohne Rücksicht auf Gesetze - aktiv und bilden eine Zwangsgemeinschaft, die zu einer gewissen Freundschaft wird, mit dem Ziel für ihre Familien sorgen zu können. Im Grunde eine Geschichte über die Beziehung zwischen Müttern und Kindern.
Ein kleiner feiner Film, der gelegentlich auch aufgrund seiner eisigen Location an "Der Gejagte" von Paul Schrader oder "Fargo" von den Coen Brothers erinnert.
Bewertung: 9 von 10 Punkten




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