Samstag, 8. Dezember 2012

Mr. Nobody



Regie: Jacko van Dormael

Chaostheorie und Schmetterlingseffekt...

Wir Menschen haben die Möglichkeit, uns zu entscheiden. Schlagen wir den Weg rechts oder links ein ? Und was wäre gewesen, wenn ich statt rechts links entlang gegangen wäre.
Dies müsste eine Parallelwelt oder besser gesagt unendliche Parallelwelten erklären, denn in jeder Sekunde treffen wir solche Entscheidungen.
Nemo Nobody (Jared Leto) lebt in der Zukunft, er ist im Jahre 2092 der letzte Mensch, der noch sterben muss. Der Greis lebt bereits 119 Jahre und aufgrund seiner Einzigartigkeit ein Medienereignis.
Er wird von Reportern interviewt und von Ärzten behandelt, dass seine Erinnerungen wieder zurückkommen, denn die Gedanken des alten Menschen sind konfus und es wirkt als würde er Realität und Phantasie immer wieder durcheinanderbringen.
In einer neuen Welt in der die Menschen vom Sterben aber auch von der Liebe befreit sind, träumt der alte Mann davon, dass er gerne in einer Welt leben würde, wo sich die Zeit nicht vorwärts sondern rückwärts bewegt.
So fallen ihm im Gespräch mit Arzt und Reporter immer wieder wichtige Fragmente seines Lebens ein.
Als sich die Eltern (Natasha Little, Rhys Ifans) trennen, steht der zur damaligen Zeit 9jährige Nemo (Thomas Byrne) vor der Entscheidung entweder beim Vater zu bleiben oder mit der Mutter zu gehen, die mit dem Zug wegfährt in Richtung Montreal zu ihrem neuen Liebhaber.
Der 15jährige Nemo (Toby Regbo) erlebt zum ersten Mal die Liebe, in drei verschiedenen Lebenswegen lernt er einmal die gleichaltrige Anna (Juno Temple) kennen, Tochter von Moms neuem Lebensgefährten.
Es gibt da aber auch Erinnerungen an Elise (Clare Stone), die er trifft, weil er vielleicht doch bei seinem Vater geblieben ist.
Und wer ist Jeanne (Linh Dan Pham), die in seiner Erinnerung auftaucht und mit der er auch Kinder hat...genauso wie mit der erwachsenen Elise (Sarah Polley), einer schwer depressiven Persönlichkeit.
Immer wieder ist er in seinen Erinnerungen auf der Suche nach seiner großen Liebe Anna (Diane Kruger), die er immer mal wieder aus den Augen verliert....


Wer Filme wie "Inception" und "Benjamin Button" sehr gut gefunden hat, der wird wahrscheinlich bei "Mr. Nobody" auch sehr fasziniert zuschauen.
Der belgische Filmemacher Jaco Van Dormael liefert hier eine intellektuellen Variante zu diesem Themenkomplex ab von Traum und Wirklichkeiten oder diese sehr komplexen Konzepte, wie die unendliche Anzahl von Möglichkeiten. Diese erscheinen kalaidoskopmässig in Fragmenten, die der Zuschauer immer mehr als Puzzle zusammenarbeiten will.
Immer wieder wird abrupt die Zeit beziehungsweise die Perspektive gewechselt und der Zuschauer im Unklaren darüber gelassen, welche Geschichte sich tatsächlich so zugetragen hat und welche der Fantasie des Erzählers entsprungen ist.
Am Ende bleibt der Sinn des Lebens natürlich weiterhin ein Rätsel...

Bewertung: 7 von 10 Punkten

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