
Regie: Antti-Jussi Annila
Die Vorhölle im Niemandsland
Bereits ab Ende des 14ten bis zum Anfang des 16ten Jahrhunderts war Finnland als Teil Schwedens Bestandteil der Kalmarer Union. Zu jener Zeit war Schweden zu einem starken Zentralstaat gewachsen,
der die Grundlage für die Großmachtstellung Schwedens war. Im Zuge der Reformation wurde der katholische Glauben durch das evangelisch-lutherische Christentum ersetzt, was letztendlich auch einer der Gründe war, einen grausamen und langen Krieg gegen Russland zu führen.
Im Jahre 1595 ist endlich Waffenstillstand.
Die beiden schwedischen Brüder Knut (Tommi Eronen) und Erik (Ville Virtanen) sind Mitglieder und Kartographen der Kommission, bestehend aus Schweden und Russen, die die Grenze zwischen Finnland und Russland markiert.
Der Krieg hat aus Erik einen brutalen Krieger gemacht und er kann mit Frieden wenig anfangen, daher ist er auch den russischen Begleitern Semensik (Viktor Klimenko), Rogosin (Rain Tolk) und Musko (Kari Ketonen) nicht nur misstrauisch, sondern auch feindlich gesinnt. Doch er unterdrückt seinen Hass, immer wieder kann sein Bruder ihn zur Vernunft aufrufen.
Doch Tage vor dem Treffen begingen die beiden Brüder ein schreckliches Verbrechen, bei dem das junge Bauernmädchen Tytär (Vilhelmiina Virkkunen) und ihr Vater stirbt. Knut ist schuldbeladen, aber Erik versucht den Mord herunterzuspielen, da er schliesslich in diesem Krieg jeden Tag solche Taten begehen musste und die Brüder womöglich bei diesen Katholiken selbst in großer Gefahr waren.
Beim Durchqueren dieser der unheimlichen Sumpflandschaft, hat Knut Erscheinungen vom Geist des Mädchens, die die Fünfergruppe fortan verfolgt. Während Erik und der Russe Semensik mit dem korrekten Abstecken der neuen, gerechten Grenze beschäftigt sind, entdecken sie in diesem Niemandsland eine Sauna im See. Nicht weit davon entfernt befindet sich ein sehr kleines, namenloses Dorf, bei dem nicht klar ist, welches Land nun Anspruch auf dieses Gebiet und die Bauern hat.
Ein Junge (Sonja Petäjäjärvi) ist sehr interessiert an den Besuchern und würde gerne später mit ihnen mitziehen. Die Sauna, inmitten von Wasser und Schlamm, entwickelt sich immer mehr zu einem sehr geheimnnisvollen, aber auch magischen Ort, dem sich die Männer immer weniger entziehen können.
Man kann sich dort angeblich von seinen Sünden reinigen und Verbegung erlangen...
Tja, richtig. Aus Finnland kann nur ein seltsamer und extrem origineller Film kommen und "Sauna - Wash your sins" von Antti-Jussi Annila ist sogar noch mehr: Ein Ausnahmefilm mit großartigen Darstellern, detailgetreuer, betörend spröder Ausstattung, exzellenter Kamera und einem schaurig bösem Ende. Atmosphärisch brilliant, möglicherweise ist "Sauna" der beste Filme des Jahres.
Diese Mischung aus Horror und Psychogramm aus einer vergangenen Epoche ist Mystery pur, die ehemalige Soldaten erleben, die sich noch mit ihren Kriegsneurosen zu befassen haben.
Irgendwie erinnert der Film leicht an Tarkovskis "Stalker", wobei er mit seinen 81 Minuten dann doch wesentlich kurzweiliger und nicht so schwer inszeniert ist.
Wer ein noch unentdecktes Meisterwerk des heutigen Kinos sehen will, der sollte hier zugreifen.
Bewertung: 10 von 10 Punkten





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