Samstag, 8. Dezember 2012

Sympathy for Mr. Vengeance



Regie: Chan Wook-Park

Die Entführer und der Rächer...

Ryu (Ha-kyun Shin) ist ein taubstummer, junger Mann, der schon lange mit der linksextremen, anarchistischen Freundin Cha (Doona Bae) befreundet ist. Seine ältere Schwester (Ji Eun Lim) arbeitet, um Ryus Studium mit zu finanzieren. Doch die junge Frau ist schwer nierenkrank. Um das Geld für eine geeignete Spenderniere aufzutreiben, beginnt Ryu in einer Fabrik zu buckeln, denn die Operation - sofern eine Niere gefunden wird - ist teuer.
Zu allem Übel hat Ryus Schwester eine seltene Blutgruppe, was die Wartezeit merklich verzögert. Verzweifelt wendet sich Ryu an eine Gruppe ominöser Organschmuggler, die scheinbar in der Lage sind viel schneller als das Krankenhaus eine Niere aufzutreiben.
Bei einem bizarren Treffen in einem Hochhaus, dass sich noch im Bau befindet, geht Ryu den Deal ein seine Niere abzugeben und auch das ersparte Geld.
Als er von der Narkose aufwacht, sind die Gangster weg und er hat nur noch eine Niere und kein Geld mehr.
Seine Freundin macht ihm Vorwürfe wegen dieser grenzenlosen Dummheit. Beide planen eine positiv verlaufende Entführung eines kleinen Mädchens zu organisieren. Ryus Freundin will das Mädchen eines Geschäftsmannes kidnappen. Erst sollte das Opfer Ryus Ex-Boss sein – der Plan ändert sich aber, und der Geschäftsmann Park Dong-jin (Kang Ho-Song) wird ausgewählt, um von ihm das Geld zu erpressen.
Dessen kleine Tochter Yu-Sun (Bo-Bae Han) ist auch ein leichtes Entführungopfer, denn die Kleine geht gerne mit den beiden jungen Leuten mit und freundet sich mit ihnen in deren Wohnung an.
Der Vater geht auf die Bedinungen der Kidnapper ein und verständigt auch keine Polizei. Er ist auch - wie die Kidnapper - davon überzeugt, dass die Entführung für alle Parteien gut ausgehen wird.
Doch das Schicksal will es anders...

"Sympathy for Mr. Vengeance" ist ein Spielfilm des südkoreanischen Regisseurs Park Chan-wook aus dem Jahr 2002 und Nachfolgefilm seines großen Erfolgs mit dem Politfilm "Joint Security Area".
Es ist auch gleichzeitig der erste Teil einer Filmtrilogie, die durch das gemeinsame Thema "Rache" verbunden wird und aus diesem Film, Oldboy (2003) und Lady Vengeance (2005) besteht.
Dabei gelang dem südkoreanischen Director ein eindringliches Meisterwerk des düsteren Noirfilms und schildert eine Verkettung unglücklicher Umstände und daraus resultierend das Schicksal zweier unterschiedlicher Männer und ihrer Angehörigen.
Dabei bleibt der Film in weiten Teilen nüchtern und mit roher Gewalt einhergehend, doch immer wieder wird eine melancholische Poesie in dieser Katastrophe sichtbar. Beste Szene ist die Fahrstuhlszene, die ohne Worte einen dieser unvergesslichen magischen Kinomomente tragisch zelebriert.

Bewertung: 9,5 von 10 Punkten

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