Samstag, 8. Dezember 2012

Verliebt und ausgeflippt


Regie: Rob Reiner

Es lebe der erste Kuß...

1957: In diesem Jahr begegnen sich die Zweitklässler Bryske Loski (Ryan Ketzner) und die kleine resolute Juli Baker (Morgan Lily). Für Juli ist es Liebe auf den ersten Blick, ihr gleichaltriger Scharm leidet aber noch unter der in diesem Alter nicht seltenen Mädchen-Phobie.
Doch Juli lässt nicht locker, sie stellt ihm nach. Und Fluchtmöglichkeiten sind da sehr wenige: Familie Loski und Baker sind Nachbarn in dieser Kleinstadt und beide Kinder besuchen die gleiche Klasse in der Junior High.
Ein paar Jährchen später, als die Pubertät einsetzt, hat sich nicht viel an den Gefühlen der beiden Teenies geändert.
Juli liebt und Bryske versucht immer noch die aufdringliche Verehrerin loszuwerden.
Die Familien sind auch sehr unterschiedlich: Der Garten der Bakers ist in dieser idyllischen Siedlung für die anderen Nachbarn eine Zumutung, weil er nicht gepflegt wird. Stattdessen haben die Bakers Hühner und die Nachbarn werden mit frischen Eiern versorgt. Sehr zum Leidwesen der Loskis, die gleich eine Salmonellenfurcht entwickeln.
Julis Vater (Aidan Quinn) malt, die beiden Brüder singen begeisternd Schmachtsongs und die Highschool ist eher zweitrangig.
Vater Loski (Anthony Edwards) ist das krasse Gegenteil, ein Mann, der nichts anderes kennt als beruflichen Erfolg, Zucht und Ordnung in der Familie.
Die Ehefrauen Loski (Rebecca de Mornay) und Baker (Penelope Ann Miller) liebäugeln zwar schon seit Jahren damit sich mal zum Essen einzuladen, um sich besser kennen zu lernen.
Vater Loskis logischer Einwand dazu "die Verjährung für ein solches Event ist schon lange abgelaufen"
Als Juli sich weigert von der Platane herunterzuklettern, die gefällt werden soll, erregt sie das Interesse von Chet Duncan (John Mahoney), Bryces Vater.
Und nach einem kurzen Eifersuchtsscharmützel mit Sherry Stalls (Ashley Taylor) der beliebtesten Schülerin der Junior High, scheint sich auch Bryce doch mehr für die eigenständige Juli zu interessieren.
Die jedoch wendet sich aus nachvollziehbaren Gründen eher mehr von ihm ab...

"Verliebt und ausgeflippt" (Original: "Flipped) von Rob Reiner ist ein Wohlfühlmovie für die ganze Familie.
Der nostalgische und sentimentale Film entstand nach dem Novelle "Flipped" von Wendelin van Draanen.
Die Geschichte ist interessant aufgebaucht, die Ereignisse werden einmal aus der Sicht von Bryce geschildert, es folgt dann umgehend die Wahrnehmung von Juli.
Also jedes Erlebnis wird sozusagen aus zwei Perspektiven aus gezeigt.
Denn obwohl sie nur wenige Meter voneinander getrennt wohnen, brauchen Bryce und Juli Jahre, um ihre Gräben zu überwinden.
Ein schönes Filmvergnügen mit dem Rob Reiner auch wieder ein bisschen an seinen großen 80s Erfolg "Stand by me" erinnert.
Der Film ist putzig, amüsant und sehr liebevoll gemacht.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

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